HARRYCANE ORCHESTRA / EMIL BRANDQVIST TRIO

Freitag, 19.07., Doppelkonzert, Botanischer Garten, 20 Uhr  |  >> TICKETS   |  >> voriges Konzert >> nächstes Konzert

20 Uhr: HARRYCANE ORCHESTRA
2015 gründete Schlagwerker und Komponist Harry Alt das „Harrycane Orchestra“ mit dem hoch gesteckten Ziel, orientalische Musik und Jazz durch eigene Kompositionen zu vereinen. Die Liebe zur orientalischen Melodieführung, die Faszination für arabische Rhythmik sowie die Leidenschaft für Improvisation bilden die Basis der Kompositionen, die Harry Alt speziell für dieses Ensemble geschrieben hat. Das klingt oftmals fast volksliedhaft, im nächsten Moment eher weltmusikalisch nach Arabic-Jazz. Mal bestimmt der türkische Gesang von Tarkan Yesil, mal die pure Improvisationsfreude aller beteiligten Musiker das Geschehen. Strenge Kompositionen stehen freier Gestaltung gegenüber, ergänzen sich oder lösen sich ineinander auf. Die verwendeten musikalischen Stilistiken verfolgen meist das Ziel einer hypnotisch-anmutenden Klangstruktur. 2019 erscheint das zweite Album „Dark Makam“.

Harry Alt – drums, Tarkan Yesil – vocal, riq, Joe T. Aykut – cümbüc, Giuseppe Puzzo – bass, David Kremer – piano, Kay Fischer – saxophone, clarinet, flute



21 Uhr: EMIL BRANDQVIST ORCHESTRA
Ein Klaviertrio, aber Namensgeber und treibende Kraft ist der Schlagzeuger: Emil Brandqvist. Dabei ist er sehr zurückhaltend, trommelt keine minutenlangen Soli oder spielt sich sonstwie in den Vordergrund. Das Trio überzeugt durch beruhigende und meditative Sounds mit folkloristischen, von Melancholie getränkten Melodien. Das sind typische Jazz-Kompositionen aus Skandinavien, die Anmut, Intimität und eine beruhigende Atmosphäre erschaffen. Die Kompositionen wirken wie ein Herantasten an Klänge, sie sind fragil, lyrisch und von großer Magie, mal balladesk verträumt, dann das Tempo merklich forciert, mal vertrackte Rhythmen auf geraden Wegen, dann wieder epische Musikalität. Brandqvist ist der Poet unter den Drummern Europas, er kann filigrane Klänge malen und das die gesamte Dynamik-Skala entlang – so einen Ruf wie den, der „leiseste Schlagzeuger Europas“ zu sein, muss man sich erst mal erspielen. Die mal dahingetupften, mal dahinrauschenden Neo- Klassizismen des finnischen Pianisten Tuomas A. Turunen – er ist der moderne Romantiker im Team – und der kraftvoll treibende Bass von Max Thornberg tragen wesentlich dazu bei, dass sich das Emil Brandqvist Trio in den letzten Jahren auf vordere Ränge des europäischen Jazz gespielt hat. „Magische Musik“, schrieb der STERN.
Foto © Steven Haberland Images

Emil Brandqvist – drums, Max Thornberg – bass, Tuomas Turunen – piano